Visuelle Kommunikation in Facebook

Thomas Plotkowiak,  Jana Ebermann,  Friederike Hoffmann,  Katarina Stanoevska-Slabeva,  Miriam Meckel, 

Die Untersuchung zeigte, dass es zu einer Art User-generated Framing in sozialen Online-Netzwerken kommt. Gleiche Bildinhalte werden in anderem Kontext (mit anderen Bildbeschriftungen) dargestellt oder in ihrer Visualisierung manipuliert, um die eigene Position besser zu propagieren bzw. die Gegenpartei zu diffamieren. Übereinstimmungen der Bilder konnten sowohl bei den Pro-Stuttgart- (521 Bilder) und Contra-Stuttgart-Seiten (462 Bilder) ähnlich oft identifiziert werden. Es zeigte sich, dass vor allem humoristische und satirische Motive besonders populär unter wiederverwendeten Bildern waren und ein großer Prozentsatz der wiederverwendeten Bilder aus wenigen sehr beliebten Motiven bestand.

Die Netzwerkanalyse zeigt, dass eine Tendenz zu Homophilie besteht und die jeweiligen Befürworter und Gegner des Projektes vor allem Bildmaterial aus Facebook-Seiten verwenden, die eine gleiche Orientierung besitzen wie die Facebook-Seite bei der sie sich engagieren.

Obwohl die Resultate zeigen, dass gleiches Bildmaterial von Befürwortern und Gegnern unterschiedlich gedeutet werden kann, vermag ein solches Material auch einen Mehrwert in Diskussionen zu liefern. Indem es sowohl Befürworter und Gegner einer gespaltenen Diskussion erreicht erlaubt es so eine gemeinsame Bildsprache zu definieren und die wichtigsten Standpunkte für beide Parteien zu verbildlichen.

Die Limitierungen der vorliegenden Arbeit liegen hauptsächlich im explorativen Vorgehen und der damit einhergehenden beschränkten Generalisierbarkeit der Aussagen begründet. Eine weitere Limitierung ist die Beschränkung der Analyse auf das Facebook-Portal. Zusätzliches Bildmaterial, das sich auf externen Webseiten zu diesem Thema befindet sowie anderen Sozialen Medien wie Twitter oder YouTube, wurde zunächst nicht in die Auswertung einbezogen. Zudem wurden Kommentare und Diskussionen zu den jeweiligen Bildern, die ein weiterreichendes Framing des Bildes auf der Webseite erzeugen, nicht im Detail und vollumfänglich erfasst. Obwohl sie eine tieferreichende Untersuchung ermöglichen, sind diese nicht einfach codierbar, da sich innerhalb einer Diskussion zu einem Bild häufig verschiedene Meinungen wiederfinden. Eine Erweiterung der Studie könnte klären, ob sich für das gesammte Bildmaterial ähnliche Klassen von Bildern finden lassen wie z.B. Demonstrations-, Konstruktions- oder Computergenerierte-Bilder, die jeweils bevorzugt von den jeweiligen Befürwortern und Gegnern eingesetzt wurden. Aussagen darüber können jedoch erst im weiteren Verlauf dieser Untersuchung getroffen werden, da sie ein manuelles Kodieren des gesamten Bildmaterials erfordern.
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